Thomson-Reuters war einmal oder Web of Science ist jetzt Clarivate Analytics

Vor einem Jahr verkaufte Thomson-Reuters einen Teil seines Produktportfolios an zwei Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Darunter war auch der Web of Science (WoS).

Die neuen Besitzer hatten es nicht eilig, die neuen Verhältnisse sichtbar zu machen. Es hat ein Jahr gedauert, bis auch auf den Webseiten des Produkts WoS dieser Besitzerwechsel nachvollzogen wurde. Seit wenigen Tagen firmiert dort nun der Firmenname “Clarivate Analytics”.

Es wird sicherlich noch dauern, bis sich die langjährige, fest verankerte, oft synonym verwandte Verbindung “Thomson-Reuters/Web of Science” in der Wahrnehmung der Nutzer lösen wird.

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Bundestagsbeschluss: Urheberrecht für Wissenschaft und Bildung

Durch die  politische Diskussion zu anderen aktuellen Beschlüssen des Bundestags ist der Beschluss zur Veränderung des Urheberrechts mit dem Ziel die Situation für Wissenschaft und Bildung zu verbessern etwas in den Hintergrund geraten.

Die Allianz der Deutschen Wissenschaftsorganisationen schreibt in einer Pressemitteilung:

“Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen begrüßt die heutige Verabschiedung des Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetzes (UrhWissG) durch den Deutschen Bundestag. Dass es zum Ende der Legislaturperiode noch gelungen ist, dieses wichtige Gesetzesvorhaben abzuschließen, ist sehr erfreulich und von großer Bedeutung für die Stärkung von Wissenschaft und Innovation in Deutschland.”

Das BMBF schreibt: “… ein Gewinn für die gute Lehre und Forschung: So können Hochschulen Studierenden Auszüge aus Werken zur Verfügung stellen; Forschende können zeitgemäße, digital gestützte Wissenschaft betreiben.”

Die Ausnahmeregelungen im Urheberrecht werden neu geordnet, neue Vorgaben gelten unter anderem für digitale Semesterapparate und Data Mining. ” Hier findet sich hier eine lesenswerte ausführliche Beschreibung der Ergebnisse und der bewegten Diskussion (“Enteignung der Verlage”) im Vorfeld.

 

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Nationale Akademien der Wissenschaften zu wissenschaftlichen Publikationen

“Zweifellos erlebt die wissenschaftliche Publikationslandschaft derzeit einen grundlegenden Wandel. Einige der Veränderungen, so die Verlagerung hin zu Open Access und Open Data, dienen dem wissenschaftlichen Fortschritt. Andere hingegen haben eher negative Auswirkungen, so der unablässige Druck auf Wissenschaftler, immer mehr Artikel in möglichst einflussreichen Fachzeitschriften zu veröffentlichen.”

In einer Erklärung der drei Nationalen Akademien der Wissenschaften Académie des sciences, Leopoldina und Royal Society zu wissenschaftlichen Publikationen werden ‘Grundprinzipien guter wissenschaftlicher Veröffentlichungen’ entwickelt, diese beinhalten Aussagen zu

  • Review- und Entscheidungsprozessen
  • Richtlinien für Prüfer
  • Status der Prüfer
  • Offene Archive
  • Open Access

Der vollständige Text findet sich hier: deutschenglisch

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Bundesforschungsministerium startet Open Access-Strategie: Freier Zugang schafft mehr Wissen

Das BMBF hat seine Strategie zu Open Access in Deutschland veröffentlicht.

Die Bundesministerin schreibt im Vorwort:
“Wissenschaft lebt vom Dialog und dem offenen Austausch. Digitale Technologien haben diese Möglichkeiten auf zuvor ungeahnte Weise erweitert. Forschungsergebnisse können viel schneller geteilt und zum Ausgangspunkt neuer Erkenntnisse werden. er Schlüssel zum Erfolg heißt: Open Access. Interessierte können unentgeltlich, zeit- und ortsunabhängig auf wissenschaftliche Literatur und andere Materialien zugreifen.
Das ist ein Gewinn für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Es ist auch ein Gewinn für Unternehmen: Sie können wissenschaftliche Erkenntnisse leichter für Innovationen nutzen. Und es ist ein Gewinn für alle, die an wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert sind. Open Access schafft neue Chancen der Teilhabe. Dahinter steht der einfache Gedanke, dass die Ergebnisse öffentlich geförderter Forschung unentgeltlich öffentlich gemacht werden sollten.”

Unter Leitprinzipien der Open Access-Strategie wird u.a. formuliert:
“Open Access als Standard des wissenschaftlichen Publizierens etablieren.”

Darüber hinaus kündigt das BMBF an, Open Access als Standard in seine Projektförderung aufzunehmen. In der Pressemitteilung mit der die Strategie angekündigt wurde, heißt es dazu:
„Eine zentrale Maßnahme der neuen BMBF-Strategie ist die Einführung einer Open Access-Klausel für alle durch das BMBF geförderten Projekte. Wissenschaftliche Artikel aus vom BMBF geförderten Projekten sollen entweder gleich unter einem Open Access-Modell publiziert oder nach Ablauf einer Embargofrist in einen geeigneten Dokumentenserver eingestellt werden können. Die Forscherinnen und Forscher bleiben dabei frei in ihrer Wahl, ob und in welcher Zeitschrift sie veröffentlichen wollen.“

Strategie: https://www.bmbf.de/pub/Open_Access_in_Deutschland.pdf
Pressemitteilung: https://www.bmbf.de/de/freier-zugang-schafft-mehr-wissen-3340.html

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Bundesweite Verhandlungen mit Elsevier gestartet

Im Rahmen des Projektes “DEAL – bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage” haben wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland jetzt  begonnen einen nationalen Vertrag mit dem Verlagsgiganten Elsevier zu verhandeln.

DEALWährend bisherige Verträge über laufende Subskriptionen wissenschaftlicher Zeitschriften über lokale Verträge und kleinere Konsortien verhandelt wurden, wird nun erfreulicherweise eine nationale Strategie verfolgt.

Eine Pressemitteilung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) informiert jetzt über das Vorhaben:

“Vorbereitet wurden die Verhandlungen im Rahmen des Projekts DEAL – bundesweite Lizenzierung von Angeboten großer Wissenschaftsverlage, das die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen auf Anregung der HRK ins Leben gerufen hat. Nach Abschluss der Vorbereitungen sind unter Leitung des HRK-Präsidenten die Verhandlungen mit Elsevier für einen deutschlandweiten Lizenzvertrag angelaufen. Ziel ist der Abschluss eines Vertrages mit Laufzeit ab dem 1. Januar 2017. Mit den Verlagen Springer Nature und Wiley werden in diesem Jahr erste Sondierungsgespräche geführt.”

Der  Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) Horst Hippler erläutert das Ziel der DEAL-Verhandlungen:

“Wir brauchen signifikante Verbesserungen bei der Informationsversorgung der Wissenschaft. Erstmals nehmen nun die großen deutschen Wissenschaftseinrichtungen Verhandlungen mit einem der bedeutenden Wissenschaftsverlage auf, um fairere Konditionen für den Literaturerwerb zu erreichen“

Aufgrund der aggressiven Preispolitik und des aktiven Lobbyings des Verlages gegen Open Access haben seit 2012 im Rahmen der Initiative “Cost of Knowledge” über 16.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Zusammenarbeit mit Elsevier eingestellt. Darüber hinaus haben verschieden Hochschulen in Deutschland ihre Verträge mit Elsevier (z. B. Universität Konstanz und Universität Leipzig) gekündigt.

(Crosspost von wisspub.net) 

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Thomson-Reuters verkauft Web of Science/Science Citation Index

Thomson-Reuters hatte seine Sparte “Intellectual Property und Wissenschaft” zum Verkauf angeboten. Dies umfaßt auch die Datenbanken, die als Web of Science vermarktet werden (Science Citation Index, Journal Citation Report und diverse andere).

Zwei Kapitalbeteiligungsgesellschaften haben nun zugegriffen:
http://thomsonreuters.com/en/press-releases/2016/july/thomson-reuters-announces-definitive-agreement-to-sell-its-intellectual-property-science-business.html

Nature kommentiert: ‘Web of Science’ to be sold to private-equity firms : Thomson Reuters divests intellectual-property and science division in US$3.55-billion deal.

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Erste Empfehlungen zur European Open Science Cloud (EOSC) veröffentlicht

Die High Level Expert Group zur European Open Science Cloud (EOSC) der Europäischen Kommission hat einen ersten Entwurf ihrer Empfehlungen veröffentlicht (PDF). Das Dokument “A Cloud on the 2020 Horizon” versteht sich als “living roadmap for the realisation of the European Open Science Cloud (EOSC)”.

Carlos Moedas, EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, erklärte im April in einer Pressemitteilung das Anliegen der EOSC:

“Unser Ziel ist die Schaffung einer Europäischen Cloud für offene Wissenschaft – einer zuverlässigen Umgebung, die es über Technologien, Fachgebiete und Grenzen hinweg Millionen von Forschern ermöglicht, Forschungsdaten auszutauschen und zu analysieren, um so die Effizienz und Produktivität in der Wissenschaft zu erhöhen. Wir haben den Appell der Wissenschaftler, eine Infrastruktur für offene Wissenschaft aufzubauen, gehört und einen umfangreichen Plan entwickelt, mit dem wir uns nun an die Arbeit machen können. Der Nutzen der offenen Daten für Europas Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft wird enorm sein.”

Die EOSC ist Teil der Priorität “Digitaler Binnenmarkt” (Digital Single Market) der EU-Kommission.

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Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) empfiehlt nationale Forschungsdateninfrastruktur

Der Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) hat heute unter dem Titel “Leistung aus Vielfalt” Empfehlungen zu Prozessen und zur Finanzierung des Forschungsdatenmanagements in Deutschland veröffentlicht.

RfII – Rat für Informa onsinfrastrukturenIm Kern des jetzt veröffentlichten Positionspapiers steht die Empfehlung zur Etablierung einer “Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI)”.

Das Positionspapier wurden im Rahmen eines “forschungspolitische[n] Gespräch[es] über die wachsende Bedeutung der Digitalisierung für Wissenschaft und Forschung” der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) veröffentlicht. (Siehe hierzu die Pressemitteilung der GWK.)

Die GWK hat im November 2013 die Einrichtung des Rates für Informationsinfrastrukturen (RfIIbeschlossen. Die Einsetzung des Gremiums geht auf eine Empfehlung des Wissenschaftsrates aus dem Jahr 2012 zurück.

(Crosspost von wisspub.net)

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“All European scientific articles to be freely accessible by 2020”, bekräftigt das EU Competitiveness Council

“All European scientific articles to be freely accessible by 2020 : Europe makes a definitive choice for open access by 2020” – so ist die Pressemitteilung der Niederländischen Ratspräsidentschaft überschrieben, die von den Beschlüssen des EU Competitiveness Council berichtet.

Die Beschlüsse des Competitiveness Councils (Rat für Wettbewerbsfähigkeit) unter dem Titel COUNCIL CONCLUSIONS ON THE TRANSITION TOWARDS AN OPEN SCIENCE SYSTEM vom 27.5.16 finden sich hier in der englischen Version und hier in der deutschen Version.

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Open Science: Entering into a New Era for Science. Aktuelle Erklärung der G7-Wissenschaftsminister

Open Science war auch beim aktuellen Treffen der G7-Wissenschaftsminister in Japan Thema. In der Abschlußerklärung (Tsukuba Communiqué) heißt es unter der Überschrift “Open Science ‐ Entering into a New Era for Science : Putting into Practice New Framework of Research and Knowledge Discovery, Sharing, and Utilization through Openness” unter anderem:

“Open science enables broad and straightforward access to and use of the results of publicly funded research (e.g. scholarly publications and resultant data sets) not only for academics, but also the private sector and the general public more broadly. Fundamental to the progress of open science is the continued investment by governments and others, … in suitable infrastructures and services for data collection, analysis, preservation and dissemination.”

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