Kurzbericht von der AGILE

April 25th, 2012 by Matthias Schroeder

Die 15. AGILE findet derzeit im schönen und historischen Avignon statt. Der Autor konnte auf dem Testbed and SSDI Workshop das Thema “A Scientific SDI Node for Sustainable Land and Water Management ” in einem Vortrag vorstellen. Auf der PTB Seite wird man demnächst alle Vorträge finden. Der Workshop war mit vielen Experten gut besucht und es gab lebhafte Diskussionen über Scientific SDIs und Testbed Umgebungen. Man ist übereingekommen, dass vor allem noch mehr einfach zu nutzende Werkzeuge und Dienste für Wissenschaftler angeboten werden sollten. Auch die Robustheit von SSDIs und die Verarbeitung großer Datensätze und Datenmengen sollen zukünftig weiter verfolgt werden.
Ansonsten ist die AGILE von der Uni Avignon gut organisiert. Das Wetter ist unerwartet durchwachsen und die Teilnehmerzahl liegt bei etwa 250 Teilnehmern. Die Keynote zum Auftakt war ordentlich aber nicht umwerfend. Darin wurden aus Sicht des IGN France einige Forschungsziele ausgegeben, die sicherlich auch außerhalb Frankreichs gültig sind, z.B. mehr automatische Prozesse zur Datenintegration und Datenqualitätssicherung zu entwickeln, besseres Ausschöpfen des Lidar-Daten Potenzials, vermehrter Einsatz von UAVs. Die Vorträge sind generell auf hohem Niveau, wobei einige Themen in diesem Jahr gänzlich fehlen wie z.B. luftgestützte Datenaufnahme über UAVs und Lidar.

Avignon2012

Konferenzwoche voraus

April 23rd, 2012 by Matthias Lendholt

In der nächsten Woche habt ihr die Gelegenheit die Autoren des Zeigertelegraphen auf diversen Konferenzen zu treffen:

Jens Klump, Martin Hammitzsch und Peter Löwe werden bei der European Geosciences Union (EGU) 2012 in Wien mit mehreren Vorträgen und Postern anzutreffen sein. Die Beiträge sind unter Earth and Space Science Informatics und bei Natural Hazards zu finden.
Matthias Schroeder wird einen Vortrag bei einem Workshop der 15. AGILE International Conference on Geographic Information Science in Avignon halten.
Und Matthias Lendholt wird auf der 9th International Conference on Information Systems for Crisis Response and Management in Vancouver gleichfalls mit Vortrag und Demo teilnehmen.

Details zu den Tsunami-Aktivitäten sind hier zusammengefasst.

Strömungen der Weltmeere

April 18th, 2012 by Matthias Lendholt

Die NASA hat eine beeindruckende Visualisierung der Strömungen der Weltmeere mit ihren Hochleistungsrechnern berechnet.

Here be no dragons!

April 2nd, 2012 by Matthias Lendholt

Heute morgen war alles anders. Furchtlos ritt ich wie weiland Ritter Quitzow durch die Mark um mich fern jedweder Straße zum Einstein-Tower durchzuschlagen und dort meinen Arbeitsplatz zu suchen. Was war geschehen? Wie inzwischen allseits bekannt, hat Google passend zum gestrigen ersten April eine 8Bit-Version von Google Maps in bester Zelda-Optik freigeschaltet. Das magische Zauberwort ist übrigens der URL-Parameter “t=8″, also http://maps.google.de/?t=8
Im Gegensatz zu anderen Gegenden ist der Telegrafenberg in Potsdam allerdings monsterbefreit:

Edit: Am 13. Juli 2010 hatten wir hier bereits einen Beitrag zum 8Bit OSM Renderer.

SpurTracer: Datenfluß von Sensordaten besser monitoren

March 22nd, 2012 by Lars

Für die Überwachung von IT-Infrastruktur ist Nagios weit verbreitet. So auch in der Infrastruktur der Tsunami-Früherkennung in Projekten wie GITEWS: Sensorstationen, Verarbeitungs- und Benachrichtigungssysteme müssen überwacht werden. Nagios überwacht dabei idealerweise alle Hosts und Service-Endpunkte der Infrastruktur.

Probleme der Überwachung mit Nagios

Wer Nagios in komplexen heterogenen Infrastrukturen pflegt kennt dabei aber sicher die folgenden Probleme:

  • Je komplexer ein Service um so komplexer der Nagios-Check
  • Weiterentwickeln der Services erzwingt häufige Anpassunge der Checks
  • Aktive Nagios-Checks haben eine Abtastrate: Ereignisse zwischen Prüfzeitpunkten können nicht direkt erfaßt werden.
  • Checks müssen oft direkt auf den Datenbestand der Applikationen zugreifen um deren Funktionszustand bestimmen.
  • Oft genug zeigt Nagios keine Warnung obwohl Systemkomponenten nicht richtig arbeiten.

Diese kurze Liste von alltäglichen Problemen der Nutzung eines Monitorings wie Nagios ist der Ausgangspunkt für die Frage wie ein Monitoring gestaltet werden kann, welches diese Probleme vermeidet.

Im Zusammenhang mit der Übertragung von Sensordaten in Frühwarnsystemen stellt sich das Problem der Überwachung des Datenflusses. Nagios überwacht klassich den Zustand der verarbeitenden Systeme, der aber nicht notwendigweise identisch ist mit der korrekten Verarbeitung der Daten. Daß die Daten zwischen verschiedenen Komponenten korrekt übergeben werden bedeutet, daß alle Schnittstellen zwischen diesen richtig funktionieren müssen. Nagios jedoch erlaubt keine Überwachung von Schnittstellen zwischen Komponenten.

Eine mögliche Lösung…

Von Januar bis März 2012 wurde daher am GFZ Potsdam ein Prototyp für ein Open-Source-Monitoring von Komponenten und Schnittstellen (statt Hosts und Services) namens SpurTracer entwickelt. Idee hier ist es mittels einer Erweiterung der Systemkomponenten, die SpurTracer Benachrichtigungen zustellen, sogenannte “Spuren” im System zu entdecken – den Datenfluss im System nachzuvollziehen und Fehler beim Aufruf von Schnittstellen zu erkennen.

Component Map in SpurTracer

Component Map in SpurTracer

Das Wesentliche an SpurTracer ist das Komponenten Nachrichten an SpurTracer schicken und zwar sowohl

  • Benachrichtigungen über den eigenen Zustand,
  • als auch Ankündigungen weiterer Komponenten

Durch Benachrichtigungen (Event Notifications) einzelner Komponenten trackt SpurTracer deren Ausführung und nichtfunktionale Metriken (Timeout- und Fehlerrate, Ausführzeit, Häufigkeit). Durch Ankündigungen (Context Announcements) aufgerufener Komponenten kann SpurTracer den Zustand von Schnittstellen überwachen. Dabei überwacht SpurTracer sowohl nach Typen von Komponenten und Interfaces als auch nach Instanzen von Komponenten und Interfaces. Dies erlaubt die Isolation von instanzspezifischen Fehlern (z.B. eines Fehlers eines einzelnes Hostsystems oder einer Netzwerkstrecke).

In verschiedenen Visualisierungsformen (Links jeweils zur Online-Demo)

kann nach Fehlern gefiltert werden und in den Event-Notifications auch manuell nach Ursachen geforscht werden. Besonderer Wert wurde auf die Möglichkeit des Drilldown gelegt, so sind z.B. aus der “System Map” alle Zahlen mit Links hinterlegt, die entsprechend gefilterte Event-Listen aufrufen. So kann z.B. schnell auf die Liste aller Fehler der letzten Stunde von Komponente X auf Host H zugegriffen werden.

Nagios-Integration

Zuletzt ging es natürlich auch darum SpurTracer sinnvoll in das bestehende Monitoring integrieren zu können. SpurTracer selbst erzeugt Nagios-ähnlich Alarme zu allen erhobenen Metriken. Diese werden innerhalb der GUI tabellarisch dargestellt.

Nagios-ähnliche Alarme in SpurTracer

Nagios-ähnliche Alarme in SpurTracer

Über die NSCA-Schnittstelle kann SpurTracer diese Alarme zusätzlich an Nagios zu senden. Über ein in den Einstellungen konfigurierbares Mapping von SpurTracer Messwerten auf Nagios Host und Service-Endpunkte können Alarme in Nagios eingeblendet werden.

Durch SpurTracer kann so das existierende Nagios-Monitoring der Hosts und Software-Instanzen durch ein Monitoring des Datenflusses erweitert werden.

Das Ende des Desktop-PC

March 9th, 2012 by Jens Klump

„In every dual-core phone, there’s a PC trying to get out.“

So preist Canonical seine Ubuntu Desktop App für Android-Telefone an. (siehe auch: http://www.ubuntu.com/devices/android/features-and-specs) In der Tat verfügt ein Mobiltelefon heute über Speicher und Rechenleistung mit der man vor ein paar Jahren mit seinem PC noch einen recht leistungsfähigen Rechner gehabt hätte. Für Standardanwendungen (E-Mail, Browser, Angry Birds, …) ist die Leistung auch ausreichend. Mit den in den Städten fast flächendeckenden Breitbandverbindungen lassen sich aufwendigere Anwendungen auch komfortabel in die Wolke auslagern.

Parallel dazu hat sich im gewerblichen Bereich die Virtualisierung des Desktop immer weiter durchgesetzt. Desktop-Virtualisierung ermöglicht enorme Kostenersparnisse, da die Wartung der Endgeräte der Nutzer deutlich vereinfacht wird. Die einheitlich und professionell gemanagte Softwareumgebung ist auch weniger anfällig für Schadsoftware. Im Gegenzug lieben Nutzer ihre mobilen und tragbaren Geräte und bringen sie auch mit ins Büro. Normalerweise ist das ein Albtraum für Administratoren von Firmennetzen. Eine Ubuntu Desktop-App könnte da eine interessante Lösung sein, in der die Anforderungen der Nutzer und des IT-Betriebs in Einklang gebracht werden können.

Betrachtet man die Verkaufszahlen von PCs für Privatanwender, sieht man, dass immer weniger PCs verkauft werden. Wie bereits erwähnt, decken heute kleinere, komfortable Plattformen bereits den größten Teil der Anforderungen ab. Für die gelegentliche Medienbearbeitung reicht dann auch der alte PC, der Ersatz des alten Geräts wird auf später verschoben.

Nach etwa 35 Jahren Erfolgsgeschichte scheint sich die Ära des PC nun ihrem Ende zu nähern.

Runter kommen se alle?

January 19th, 2012 by Jens Klump
Visualisierung von Weltraummüll im erdnahen Orbit

Visualisierung von Weltraummüll im erdnahen Orbit

Der Absturz der russischen Mission “Phobos-Grunt” vor wenigen Tagen war wieder ein Beispiel für die Gefahren, die von Raumfahrtmüll ausgehen können. Auch sonst gibt es immer wieder Berichte über Weltraummüll, der z.B. immer wieder eine Gefahr für die Internationale Raumstation ISS darstellt. Ein Filmprojekt hat sich jetzt dieses Themas angenommen und einen Film “Space Junk 3-D” produziert.

“It’s a cutting edge science story and is one that hasn’t really been told before… it’s a story that really demonstrated something that, I think, most people don’t think about; that is, how deeply we’re connected to space,” (Melissa Butts, Regisseurin des Films)

Ein Interview mit der Regisseurin findet sich auch auf YouTube.

Weltraummüll ist auch ein gutes Beispiel, dass das geologische Zeitalter, in dem wir leben nicht mehr das Holozän ist, sondern das Anthropozän.

PS. Wem 3D nicht reicht, dem sei der Trailer “Ice Age 4D” empfohlen, der sehr unterhaltsam erklärt, was im Zusammenhang mit einem Kinobesuch in den Dimensionen 4 bis 8 passieren könnte.

Zeitzonenchaos in der Südsee

January 2nd, 2012 by Matthias Lendholt

Zum Jahreswechsel hat das selbstständige Samoa auf die andere Seite der Datumsgrenze gewechselt um die wirtschaftlichen Beziehungen zu Australien und Neuseeland zu vereinfachen. Das US-amerikanische Samoa nebenan bleibt davon unberührt. Der Landkartenblog beleuchtet ein bisschen das Zeitzonenchaos in der Südsee, welches nicht nur von der mehrfach verschobenen Datumsgrenze sondern auch durche kuriose Zeitzonenverläufe geprägt ist.

Erinnert mich an den Südwesten der USA. Insbesondere die Navajogebiete in Kombination mit der Sommerzeit führen dort bei Rundfahrten zu interessanten Zeitsprüngen.

Frohes Neues Euch allen!

Von ArcMap einfach zum MapServer

November 18th, 2011 by Matthias Schroeder

via gis-report-news Ausgabe 22/2011 vom 17. November 2011

MXD2map ist ein freier Konverter zur Erzeugung von UMN MapServer-kompatiblen Map-Dateien aus ESRI ArcGIS MXD-Dateien. Dadurch besteht die Möglichkeit, die Kartengestaltung wie gewohnt im Desktop GIS ArcGIS vorzunehmen. ‘Auf Knopfdruck’ kann eine Konfigurationsdatei für den UMN MapServer erzeugt werden, der das MXD-Projekt als OGC-konformen WMS- oder WFS-Service bereitstellt. Damit steht eine einfache und zugleich kostengünstige Möglichkeit zur Verfügung, vorhandene Geodaten inklusive Gestaltungsvorschriften als WMS/WFS-Dienst zu publizieren. Das BSH hat die initiale Entwicklung bei Intevation GmbH in Auftrag gegeben.

MXD2map ist Freie Software. Es wurde unter der GNU Lesser General Public Licence (GNU LGPL) Version 3 veröffentlicht. Ein Windows-Installer sowie der Quellcode stehen auf der Webseite zum Download zur Verfügung.

http://www.mxd2map.org

GFZ celebrates GIS DAY on November 16 2011

October 24th, 2011 by Peter Löwe

(English version follows below)

16. November 2011 – Erster „GIS DAY“ am GeoForschungsZentrum: Erster Aufruf für Beiträge

Seit dem Jahr 1998 wird alljährlich der „GIS Day“ als globaler Event am dritten Mittwoch im November begangen: Es handelt sich um einen praxisorientierten Event („Werkschau“), bei dem Anwender und Entwickler von Geographischen Informationssystemen (GIS) Einblick in ihre Arbeit für die interessierte Öffentlichkeit geben und bestehende GIS-Anwendungen vorstellen.
Vor diesem Hintergrund wird am 16. November 2011 auf Initiative des Zentrums für Geoinformationstechnologie (CEGIT) der „GFZ GIS DAY 2011“ als Nachmittagsevent im GEOLAB („Großer Refraktor“) veranstaltet.
Alle „GIS-Schaffenden“ am GFZ, AWI und PIK sind herzlich eingeladen, ihre aktuellen und früheren Arbeiten zu präsentieren.
Für das Programm sind kurze Präsentationen (< 20 Minuten) zu den vielfältigen Einsatzszenarien von GIS am GFZ geplant. Auch können Poster vorgestellt und Multimedia-Produktionen (Animationen/Videos) gezeigt werden.
Externe Gäste können gerne an dem Event teilnehmen.
Ansprechpartner für Teilnahme und Beiträge sind Peter Löwe (ploewe@gfz-potsdam.de, Tel: 2338), Jens Klump (jklump@gfz-potsdam.de,  Tel: 1702) und Matthias Schroeder (matthias.schroeder@gfz-potsdam.de).
Stichtag für die Einreichung von Beiträgen ist Mittwoch der 2. November 2011.
Wir freuen uns auf einen spannenden GIS-Day 2011 !

November 16th 2011 – GIS-Day at GFZ: First Call for Presentations and Posters

Since 1998 the „GIS Day“ is being celebrated as a global event ever year on the third Wednesday in November. It is a event driven by hands-on presentations (work in progress & success stories), for both users and developers of Geographical Information Systems (GIS) to present their work to the interested public.
This year, the GFZ Centre for GeoInformation Technology (CeGIT) is hosting the first annual GFZ GIS Day.
Time: 16 November 2011 from 14:00 hours.                Venue: GEOLAB („Large Refractor“).

Everybody at GFZ, AWI and PIK is kindly invited to present GIS-related work as short presentations (< 20 Minutes), Posters or Animations/Videos. Presentations can be made in English or German.
External guests are also welcome to attend the GIS DAY event.
Points of contact for both attendance and participation are Peter Löwe (ploewe@gfz-potsdam.de, Tel: 2338), Jens Klump (jklump@gfz-potsdam.de, Tel: 1702) and Matthias Schroeder (matthias.schroeder@gfz-potsdam.de).
The deadline to register your presentations is November 2nd 2011.
We are looking forward to seeing you at GFZ GIS Day !